Besonders ausgeprägt wird dies von "Robotermännern" gelebt, die ohne jegliche Hinterfragung in den patriarchalen Strukturen [26]leben und deren Schwanz immer kann. Diese maschinelle Geilheit entspricht ihrem Selbstbild des allzeit leistungsfähigen Mannes [27]. Eine ganzheitliche Perspektive für ihr Dasein haben diese Männer aufgegeben. Bei ihrem Sexualverhalten handelt es sich um ein starkes Suchtverhalten mit gegebenenfalls erheblichen Entzugserscheinungen.
Beide Mythen zusammen ergeben die Doppelmoral, daß der Mann bei seiner Partnerin ein anständiger Mann ist, während er gleichzeitig beim Fremdgehen oder einer Prostituierten ein unanständiger Mann ist. Da Frauen damit nicht umgehen können, verleugnen und verheimlichen Männer den Teil ihrer Sexualität, der sich nicht auf die Partnerin bezieht.
Im Patriarchat entsteht bei diesem Thema eine hohe Solidarität unter den Männern. Sie schützen und bestätigen sich gegenseitig, so daß Männer nach sexuellen Eskapaden bei- spielsweise nicht um ihren Job [29] fürchten müssen. Während Frauen beim Ausleben ihrer Sexualität das Gefüge des Gesamtpatriarchats angreifen, gehen Männern nach diesen Mythen nur ihrem Trieb nach [30].
Wegen ihrer Flucht vor Nähe fühlen Männer sich klein. Männer brauchen daher zur Sta- bilisierung ihres Selbstbilds einen Macht-Kick, der in der bürgerlichen Welt mit Pornographie [32] erzeugt wird.
Traumasexualität rührt aus Verletzungen in der Kindheit. Während ein Kind seine Eltern hundertprozentig liebt, können Eltern das nicht [34]. Daraus wächst beim Kind ein unerfüllter Wunsch nach Symbiose. Im Folgenden wird am Beispiel solcher Symbioseschäden gezeigt, wie Traumasexualität zur Verarbeitung dienen kann.
Bei Männern wirkt sich das so aus, daß erreichbare Frauen nicht begehrenswert sind. Dieses Schema kennt er von seiner Mutter, von der er nicht unbeschränkt geliebt wurde, die aber das Ziel seines Begehrens war. Männer übertragen [35] ihre unbefriedigten Sehnsüchte dann in der Regel auf Symbole der Geilheit.
Männer suchen immer weiter, da sie aus der Erfahrung mit ihrer Mutter nicht wirklich glauben, die Erfüllung ihrer Sehnsüchte finden zu können. Dies ist Suchtverhalten und hat nichts mit Trieb [36] zu tun (Sexsucht). Männer verlieren sogar oft das Interesse an einer Frau, die ihn wirklich will. In Fällen, in denen trotzdem Sexualität stattfindet, entstehen teils heftige Funktionsstörungen bei diesen Männern.
Männer plagt auch die Angst, daß sie verlieren könnten was sie sich ersehnen, wenn sie sich einlassen würden. Deshalb flüchten sie vor Nähe.
Für Männer läuft Traumasexualität oft in Sexsucht hinein, während Frauen eher eine Beziehungssucht aufbauen. Da die ideale Situation mit der idealen Frau real auch selten vorkommt, müssen Männer ihre Hingabefähigkeit selten hinterfragen.
[27] Bei Frauen gibt es dieses Phänomen nicht, da es ihnen in ihrem Selbstbild keinen Vorteil bringt.
[28] Oft geht das soweit, daß Frauen genau kontrollieren, ob ihre Partner sich (heimlich) selbst befriedigen.
[29] Frauen verlieren ihren Job oft sogar schon dann, wenn sie sich nur gegen sexuelle übergriffe seitens der Männer wehren.
[30] Immerhin gehen inzwischen 40% der Frauen und 50% der Männer fremd. Frauen haben danach allerdings oft Schuldgefühle und suchen nach Erklärungen.
[31] Bei Frauen wird Sexualität öfter in ihrem ganzen Umfang besprochen, so daß bei ihnen dieser Aspekt in der Regel nicht so ausgeprägt ist.
[32] Frauen bemerken natürlich die pornographischen Visionen.
[33] In diesem Abschnitt wird Traumasexualität im wesentlichen nur bei Männern betrachtet. Das Phänomen der Traumasexualität gibt es aber bei beiden Geschlechtern in unterschiedlichen Ausprägungen.
[34] Sie haben schlicht noch andere Liebesobjekte.
[35] Aber auch Frauen suchen wegen dieser Verletzungen ständig nach nicht erreichbaren Männern, dem Traumprinzen.
[36] Als das es jedoch in der Regel ausgegeben wird.